Wissenswertes

Sehen und Auge: Aktive oder passive Lösung

In den drei vorhergegangenen Artikeln haben wir über die Zusammenhänge und Funktionen des kindlichen Sehens, sowie über mögliche Sehstörungen berichtet. Jetzt gehen wir auf die Möglichkeiten der Korrektion ein.

Da die Ursachen für Sehstörungen vielfältig sind, gibt es ganz unterschiedliche Lösungen dafür. Grundsätzlich sind es zwei Methoden: Die aktive – das Visualtraining – und die passive – Brille oder Contactlinse.
Das bisher kaum bekannte Visualtraining hat vor allem eine bewusstere Wahrnehmung zum Ziel. Es werden mit speziellen Programmen und Hilfsmitteln die Augen trainiert – je nach Art und Umfang der Störung. Dabei werden jene Muskeln aufgebaut, die für störungsfreies, zweiäugiges Sehen gebraucht werden.
Innerhalb der Trainingseinheiten gibt es immer eine Richtung die leichter fällt, und eine die schwerer fällt. Trainiert wird immer einmal die leichtere und zweimal die schwerere Richtung. Das Training erstreckt sich je nach Schwere und Art der Sehschwäche über 3-4 Monate oder länger. Es wird einmal pro Woche unter Anleitung und täglich zuhause geübt.
Die bekanntere Methode ist die Korrektion mit Brille oder Contactlinsen. Viele, aber nicht alle Sehstörungen lassen sich mit Contactlinsen korrigieren. Hingegen gibt es kaum Sehfehler oder Störungen des beidäugigen Sehens, die sich nicht mit Hilfe der Brille korrigieren ließen. Bei Kindern empfehlen sich oft beide Methoden. Viele Sehstörungen »wachsen sich aus«, jedoch muss diese Zeit überbrückt werden. Welche Methode dafür gut ist, lässt sich bei ausführlichen Sehtests feststellen.
Wie läuft ein Sehtest bei Kindern ab? Zuerst führen wir ein kostenloses, sogenanntes Screening durch. Hier wird in 5-10 Minuten ein erster Eindruck gewonnen, ob ein Sehfehler vorliegt und wenn ja, welcher. Die Eltern tragen ihre Beobachtungen in einen Fragebogen ein. Die Auswertung dieses Bogens gibt uns Hinweise auf mögliche Sehstörungen und zu notwendigen Tests. Falls Fehlsichtigkeit oder ein Stellungsfehler der Augen vorliegen, wird ein ausführlicher Sehtest (35-50 Euro) vereinbart. Seine ca.25 Einzeltests zeigen, wo die Ursachen für die Probleme liegen. Gleichzeitig wird das Kind dem Augenarzt vorgestellt um medizinisch sicher zu gehen. Dann wird entschieden, welche Methode zur Korrektion sinnvoll ist.
Sie ist auch bei geringen Sehfehlern sinnvoll, da Kinder das Sehen erlernen müssen und die räumliche Wahrnehmung nur entsteht, wenn die Sehachsen beider Augen punktgenau auf das anvisierte Objekt treffen und dieses scharf gesehen wird. Versäumnisse in der Phase des Sehen-Lernens sind nicht nachholbar.

Optik Henseler
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Übung mit dem Perlenkettentrainer

 

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